Montag, 7. Januar 2008

Der rasende Rodler im Land der Jodler

Felix austria: Du hast noch richtigen Schnee - und Sonne dazu!

Beides kam uns Genesenden nach drei Wochen Siechtum sehr zupass. Die Viren entschlossen sich hier schnell zum fluchtartigen Abzug ... ich fand in der Bergeinsamkeit eine sage und schreibe viereinhalb Kilometer lange Waldwegpiste und zog mit dem Schlitten zum Gipfel. Dort schnitt ich mir eine Lenkstange aus einem Fichtenstämmchen zurecht. 2,50 m lang ... aber etwas länger und schwerer wäre ideal.

Auf dem Schlitten Platz nehmen, Füße fest gegen die vorderen Holme stemmen. Das dünne Ende der Lenkstange unter den rechten Arm nehmen. Mit beiden Händen fest umfasssen. Das dicke Ende der Steuerstange schleift hinter dem Schlitten auf dem Boden. Losfahren und lenken. Drückt man die Stange nach rechts, wendet sich der Schlitten nach links. Und umgekehrt.

Da die schleifenden Füße als Bremselement fortfallen, rast man in Schussfahrt abwärts. Durch die Kurven schliddern. Auf geraden Strecken Slalom fahren. Entgegenkommende Wanderer in Höllentempo hinter sich lassen. Nichts gegen die tränenen Augen machen können. Nach drei Minuten oder so ausgleiten ... Stillstand! Tief Luft holen!

Die Lenkstangentechnik stammt aus Eschwege. Vor 60 Jahren praktizierte ich sie als Achtjähriger - wie alle meine Freunde - an den Steilhängen. Nirgendwo sonst kennt man die Kunst des gelenkten, rasenden Rutschens!
(Jetzt braucht sie auch keiner mehr. Gibt ja keinen Schnee mehr!)